Portrait

Steffen Brandt

Schon als kleiner Junge wollte ich immer einen Hund. Dieser Wunsch wuchs mit jedem Lebensjahr und ich las alles an Hundebüchern und -zeitungen, was ich in der damaligen DDR kriegen konnte. Endlich - mit 15 Jahren bekam ich meinen ersten Hund, den Doberman-Rüden Lester vom Eifelturm.

Mit ihm trat ich in den Hundesportverein Burg ein, was der Grundstein für viele Jahre im Gebrauchshundsport war. Ich war seinerzeit der jüngste geprüfte Schutzdiensthelfer in Sachsen-Anhalt und ließ mich jahrelang "professionell beißen". Da mich die Psychologie des Hundes schon immer interessierte und ich etliche Bücher darüber gelesen hatte, konnte ich im Hundesport viele wertvolle Erfahrungen sammeln. Die Arbeit mit den unterschiedlichsten Hundeseelen verbunden mit dem sportlichen Aspekt hatte eine große Faszination für mich.

Durch einen Zufall lernte ich die in Burg ansässige Bullterrier-Züchterin Gisela Küchler (Musketier) kennen. Obwohl ich nie offiziell in den Zwinger aufgenommen wurde, stellte ich die Bullterrier auf Ausstellungen vor, fuhr mit zu den Deckakten, nachdem wir in nächtelangen Diskussionen den Deckrüden ausgewählt hatten und zog insgesamt sieben Bullterrier-Würfe mit groß. Der tragische Verlust meines eigenen Bullterrier-Rüden Wesley in einer Zeit der sogenannten "Kampfhundediskussion" in Deutschland und eine Weiterentwicklung in meinem Leben führten dazu, dass ich mich nach einer anderen Rasse umschaute.

Nach allem, was ich über sie gelesen hatte, waren die Whippets die richtige Rasse für mich. All die positiven Wesensattribute der Bullterrier fand ich im Whippet wieder. Aber ich mochte sie nicht, die "windigen Gesellen". Dennoch war meine Neugierde groß genug und ich ging zu Ausstellungen, sprach mit Besitzern, besuchte Züchter. Mehr und mehr zog mich die Rasse in ihren Bann, bis ich nach zwei Jahren endlich die Whippethündin Latoya mein Eigen nannte.

Und heute? Heute rennen Whippets aller Altersklassen über unseren Hof und ich möchte keinen missen. Täglich auf's Neue bin ich beeindruckt von der Robustheit und Eigenständigkeit dieser Rasse und der Fähigkeit, nicht aufzufallen, aber dabei ganz Hund zu sein. Noch nie zuvor durfte ein Hund auf meine Couch (Wesley hatte seinen eigenen Sessel), Latoya saß nach einer Stunde dort.

Aber so charmant die Whippets auch sein mögen, sie brauchen genauso Führung und Erziehung wie jeder andere Hund, egal welcher Rasse, auch. Nur dann ist ein Zusammenleben so, wie ich mir das vorstelle.

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Susan Eppenstein-Kiack

Wie viele andere Kinder wünschte auch ich mir einen Hund, zumal meine Eltern bei meiner Geburt einen Scottish Terrier hatten. Diesen Wunsch verschob ich dann auf die Zeit "wenn ich mal groß bin" und er konnte mir erst erfüllt werden, als ich 1989 meinen Ex-Mann Joachim Kiack (Almansor's) kennen lernte, der damals vier Whippets besaß. Sehr schnell erkannte ich die Vorzüge dieser wunderbaren Rasse.

1990 kaufte ich "meinen ersten Hund", Ch. Fly du Manoir de la Grenouillère, der erste Whippet, den ich aufzog, er- und vielleicht auch etwas verzog. Es folgte nach einigen Jahren dann der für mich erste Wurf (G-Wurf Almansor's).

In dieser Zeit habe ich alles (Standard, Zucht, Handling) von meinem Mann gelernt. Hinzu kamen die vielen und ständigen Kontakte mit anderen Whippetzüchtern im In- und Ausland, die ich durch unser Engagement und die Aufbauarbeit im Whippet Club Deutschland 1990 e.V. hatte. Joachim war viele Jahre Geschäftsführer und später 1. Vorsitzender, ich war die Redakteurin des "Whippet Report" und entwickelte ihn von ein paar "zusammengetackerten Seiten" zu einem interessanten und im In- und Ausland gern gelesenen Whippet Magazin für jedermann. Die Vereinsarbeit fand im Jahr 2000 ein relativ jähes Ende.

Bis zur Trennung war ich an der Planung, Aufzucht und Erziehung von 11 Würfen bei Almansor's beteiligt und diese Erfahrungen setze ich natürlich in unserer Zuchtstätte "Time for" ein, was mir besondere Freude bereitet.

Auch wenn man wie ich schon viele Jahre mit der Rasse vertraut ist, darf man nie aufhören, sich über den aktuellen Stand auf dem Laufenden zu halten und den Austausch mit Gleichgesinnten im In- und Ausland zu suchen und zu fördern. 

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Wofür steht "Time for"?

Time for heißt "Zeit für" und hat verschiedene Bedeutungen für uns.

Wir vertreten die Ansicht, dass man sich in der Zucht Zeit für die Planung, die Aufzucht, aber vor allem erstmal für das Verständnis, warum man züchten und was man damit erreichen will, nehmen muss. "Babies machen" und "Zucht nach kynologischen Gesichtspunkten" sind zwei verschiedene Paar Schuhe.

Wir nehmen uns die Zeit für eine liebevolle und ereignisreiche Aufzucht (dokumentiert in unseren Tagebüchern) - "was Hänschen nicht lernt, lernt Hans nimmer mehr". Und auch der zukünftige Besitzer muss sich darüber im Klaren sein, dass er Zeit für seinen neuen Lebensbegleiter braucht, um viele gemeinsame schöne Stunden erleben zu können. Dabei begleiten wir ihn vom ersten Informationsgespräch an im von ihm gewünschten Umfang.

Für uns ist es Zeit für Whippets, die nach dem gültigen FCI-Standard, also nach dem Standard des Heimatlandes unserer Rasse, England, gezüchtet werden. Die modernen Einflüsse - speziell die aus den USA kommenden, wo ein eigener, von unserem abweichender Standard gilt, - tun unserer Rasse nach unserem Dafürhalten nicht gut. Zuviele untypische "Mischlinge" (aus englischem und amerikanischem Standard) stehen in den Ausstellungsringen vorne. Es gibt durchaus unter den häufig belächelten Leistungshunden aus den Rennlinien einzelne Vertreter, die whippettypischer sind als so manch erfolgreicher Ausstellungssieger.

Es ist Zeit für standardgerechte, gesunde und wesensfeste Whippets, die ihren Besitzern in allen Lebenslagen ein richtiger Begleiter sind - dafür müssen sie auch nicht im Bett schlafen.

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                                        Veröffentlichungen im Magazin "Unsere Windhunde"
UW 6/2011 - 8/2011: Der Whippet - der Standard beschreibt einen funktionalen und gesunden Hund
UW 11/2015 / RWS insight 3/2016: Ein Welpe zieht ein - und nun?
UW 11/2015: Von der Verantwortung des Züchters
UW 02/2017 - Sonderausgabe Zucht: Ein Wort zum Schluss
 
 
 
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